Im Interview: Führungswechsel

Eine neue Arbeitsstruktur verlangt eine neue Führung. Beim Führen im traditionellen Sinne delegieren Führungskräfte Aufgaben an ihre Mitarbeiter und werden von diesen bedient. Doch diese Zeiten sind längst vorbei.

 

Interview in Markt und Mittelstand, Februar 2015



Markt und Mittelstand: Sie sprechen von einem Paradigmenwechsel in der Aufgabe der Führungskräfte, wo liegt dieser?

 

Frank Kühn: Das Arbeitsportfolio der Mitarbeiter wird immer komplexer, die Projekte immer grenzübergreifender. Alles wird rasanter. Führungskräfte haben kaum noch die Zeit und den fachlichen Einblick, um Aufgaben präzise zu delegieren. Viel entscheidender ist ein gemeinsames Verständnis von Richtung und Sinn der Aufgaben.

MuM: Was genau bedeutet das für Führungskräfte und ihre Mitarbeiter?

 

Kühn: Die Mitarbeiter müssen flexibel und selbstorganisiert mit ihren Kunden interagieren, dort, wo der Erfolg entsteht. Das heißt Organisation von außen nach innen. Die Mitarbeiter bedienen nicht mehr die Chefs der alten Welt, sondern Führung unterstützt die Leistung der Mitarbeiter mit Vision, Spielraum und Kommunikation. Das ist eine ganz neue Rolle.

 

MuM: Wie gelingt diese Rolle?

 

Kühn: Durch Loslassen. Führung ist keine Position, sondern eine Aufgabe. Menschen wollen sich begeistern für die Sache, Ideen entwickeln, eigene Leistung spüren. Das brauchen wir wieder viel mehr in unseren Unternehmen. Die Führungsaufgabe heißt immer weniger Anweisung und Kontrolle, sondern Inspiration und Feedback. <<


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